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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Ausstellung

Grzegorz Stec - Melancholie und Maskerade

22.03 - 02.05.2015

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Ausstellungseröffnung:
22.03.2015, 16:30 Uhr

Krzysztof Klima, Klarinette


Finissage:
02.05.2015, 16:30 Uhr

 
Ort: Galerie Abakus
Parkstr. 104, Berlin-Weißensee

www.galerie-abakus.de

Das bildnerische Werk von Grzegorz Stec steht zwischen Abstraktion und Figürlichkeit. Formaler Aufbau, Farben und Struktur reichen von einfachen Formen bis zu dichten Kompositionen eines horror vacui - von starken Farbmischungen über Einfarbigkeit bis zum klaren Schwarz-Weiß. Thematisch interessiert ihn die Menschenmasse, wie sie vom Wahnsinn deformiert und von Traumata gebeutelt wird. Er stellt gigantische Aufmärsche, Prozessionen, Volksaufläufe, Massenumzüge und Kriegsszenen dar. Das Individuum verliert seine Personalität und wird zum unbedeutenden Teilchen einer Masse. Das Gesicht des einzelnen Menschen erstarrt zur Maske. Der Zyklus der vertikalen Bilder stellt im Raum stehende leuchtende Geistwesen dar - gleichsam Röntgenbilder der Seele.
Die Verletzungen des Menschen und der Welt kontrastieren mit dem Licht, das bei der Bildgestaltung eine zentrale Rolle einnimmt und die geistige Ebene evoziert. Das Licht übernimmt die Hauptrolle auch in den „schwarzen“ Bildern, die im Werk des Künstlers eine Sonderstellung einnehmen. 
Grzegorz Stec hat eine eigenständige Technik der Ölmalerei entwickelt. Die „schwarzen“ Bilder erreichen Effekte, die der Schabtechnik des Mezzotinto ähneln. Aus dem Spannungsfeld zwischen Spontanität und Vision, Unterbewusstsein und ordnendem Intellekt entsteht eine ebenso kraftvolle wie sensible Kunst. Sie ist elementar ursprünglich und in kulturellen Traditionen verankert. Ihre Botschaft animiert in ihrer drastischen Thematik zur Reflexion über unsere Welt und die Existenz des Individuums. 
Die Bilder dieser Ausstellung sind der Ausdruck einer existenziellen Angst vor den Gefahren, welche die heutige Welt mit sich bringt. Sie machen bewusst, dass der moderne Mensch trotz seiner vorgeblichen Rationalität ein von unbewussten Kräften und Urängsten gelenkt ist. „Melancholie und Maskerade“ sind Metaphern für unterschiedliche, ineinander verwobene Positionen gegenüber der aktuellen Situation. Melancholie beinhaltet Trauer, Entfremdung und das Gefühl der Machtlosigkeit sowie die Erfahrung von Verlust und Vergänglichkeit. Maskerade bezeichnet die Flucht in die Selbsttäuschung und Verdrängung. Dank der starken Lichtwirkung dominiert im Schaffen von Grzegorz Stec schließlich doch eine metaphysische Hoffnung. 
 
Zur Person
 
1955 in Kraków geboren,1981 Studium Akademie der Schönen Künste in Kraków, bislang über 50 Einzelausstellungen in Warschau, Poznań, Gdańsk, Łódź und Katowice, New York, Deutschland, Schweden und Frankreich. 1996 bis 2002 Artist in Residence Society for Arts Chicago (Ausstellungen Letters to the Mastres (1996), Exodus or Carnival? (1997) und Aqueducts of Dream (1998), 2008-2009 Kosciuszko Foundation, Werkschauen in Kraków - Pałac Sztuki [Kunstpalais] (2012), im „Solvay” Centrum Sztuki Współczesnej [Zentrum für zeitgenössische Kunst] (2014), im Zentrum für jüdische Kultur (2014) sowie im Polnischen Institut Leipzig (In Licht und Finsternis) (2014), Regie und Bühnenbild  Antygone am Teatr M.I.S.T. Kraków.
Literarisches Schaffen als Lyriker: Nikt tu nie szuka odpowiedzi [Hier sucht niemand nach Antwort] (1999), Melencolia (2007). 
 
Homepage: www.stec.art.pl
 
 
Abbildungen
Übersichtsseite: Karren mit Schrei, 2014, Öl auf Hartfaserplatte, 81 x 100 cm
Oben: Zarin, Öl auf Leinwand, 100x140 cm