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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Theater

Sehnsucht nach der Sehnsucht

11.04 - 11.05.2019

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Bildnis einer dekadenten Seele

Theaterstück u.a. über Stanisław Przybyszewski

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Ort: Theater unterm Dach, Danziger Straße 101 / Haus 103, 10405 Berlin

Termine:

11.04.2019 / 20:00
12.04.2019 / 20:00
09.05.2019 / 20:00
10.05.2019 / 20:00
11.05.2019 / 20:00

Das Stück ist eine szenische Komposition aus Bildern, Musik, Tanz, Sprache und Gesang, in deren Zentrum ein Schöpfer, Künstler, Dekadent steht, der sich selbst als „Summe aller menschlichen Seelen in zarathustrischer Freiheit“ schafft.
 
Inspiration für das Künstlerbildnis waren Künstler der Moderne: Edvard Munch, August Strindberg, Richard Dehmel, aber vor allem Stanislaw Przybyszewski, „der geniale Pole“, wie ihn August Strindberg nannte. Alle trafen sich in ihrer Berliner Stammkneipe „Zum schwarzen Ferkel“, ein Ort der künstlerischen Boheme zur damaligen Zeit.



Der Protagonist, hier symbolisch EGO genannt, ist eine Summe von dekadenten Zügen, die sowohl in der Biographie von Przybyszewski, als auch in seinen Literaturfiguren zu erkennen sind. „Der traurige Satan“ wirkte damals ungemein belebend und anregend. Berlin, Paris und Kraków waren die Städte seines Lebens, Nietzsche, Wagner und Schopenhauer die Namen seiner Propheten. „L'art pour l'art“ lautete sein künstlerisches Credo.
  
Wir begleiten den Protagonisten auf eine „Reise der Seele“, eine „Lebensmesse“, eine „Totenmesse“, um es mit Przybyszewskis Worten auszudrücken. Den Künstler, der nirgendwo beheimatet ist, treibt eine unendliche Sehnsucht nach der Sehnsucht an. Leid, Liebe, Ekstase und Abgrund sind seine Stationen. Ein als Kunstwerk gestaltetes Leben mag heute etwas pathetisch erscheinen. Aber treibt „die Sehnsucht nach der Sehnsucht“ die Künstler heute nicht genauso wie damals an?

  

Durch spezielle Lichttechnik, die allmählich die Szenen erscheinen und ins Dunkle verschwinden lässt, entsteht eine Atmosphäre, die in den Bildern von Edvard Munch zu spüren ist. Eine sinnliche Ästhetik inspiriert die Bühnengestaltung: Es spielen Lichter, Formen, Farben und speziell angefertigte Kostüme. Die Bühnenfiguren sind durch Brüche, Neubeginn und Wiederholungen gekennzeichnet. Jede Figur und jede Szene hat ihre musikalischen Leitmotive, ergänzt von Variationen zu Richard Wagner, Richard Strauss, Jaques Offenbach, Paul Lincke und Krakauer Volkstänzen.


 
Regie/ Dramaturgie: Katarzyna Makowska-Schumacher
Musik (Komposition): Bardo Henning
Choreografische Unterstützung: Max Makowski
Bühne/ Requisite: Andre Putzmann
Kostüme: Liubov Miesch
Es spielen: Markus Braun, Martha Freier, Hannah Prasse, Kerstin Richter / Elisabeth Taraba, Orlando Schiavone und Jochen Uth
Gesang: Kerstin Richter / Elisabeth Taraba
Off-Stimme: Katarzyna Makowska-Schumacher

Info: www.theateruntermdach-berlin.de

Fotos © Ashley Wright