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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Veröffentlichungen

CityCult_EM_2012




Kleiner Guide – Großes Spiel

CityCult_EM_2012, das sind 8 Städte Polens und der Ukraine im Hosentaschenformat. Und er ist noch viel mehr: Ein deutsch-polnisch-ukrainisches Projekt.

CityCult_EM_2012 ist der auf die Fußballeuropameisterschaft 2012 zugeschnittene Reiseführer für alle Spielorte in Polen (Warschau, Poznań, Wrocław, Gdańsk) und der Ukraine (Kiew, Charkiw, Lemberg, Donezk). In ihm findet man die Stadien, interessante Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten, die man „Abseits“ vom Fußball gesehen haben sollte, und natürlich Hinweise auf die Fanmeilen, Clubs, Kultur und Nützliches und Wissenswertes. Den Guide gibt es seit dem 10.  Mai 2012 auch als E-Book.

ISBN: 978-3-9813392-3-9
120 Seiten, 155 Bilder
Preis: 7,90 Euro / E-Book 2,60 Euro (ISBN: 978-3-9813392-4-6)

Vliegen Verlag
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13088 Berlin
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Warum sollte sich ein Fußballfan das Denkmal Mutter-Heimat in Kiew ansehen?

Mutter-Heimat sieht aus, als hätte sie viel Zeit im Fitnessstudio verbracht. Ihre Kraft ist eine Metapher für die Geschichte der Ukraine. Sie mag etwas unförmig wirken, macht aber gleichzeitig enormen Eindruck. Entstanden ist sie zu Sowjetzeiten, als Künstler ihren Skulpturen die Ästhetik von Bergbaugruben und Metallkombinaten gegeben haben. Das Schwert, das sie in die Höhe hält, wurde nach Fertigstellung des Denkmals gekürzt. Man war der Meinung, dass es selbst für eine Frau zu groß wurde, die in der UdSSR geboren ist, wo schließlich die Gleichberechtigung der Frau radikal postuliert wurde. Der Besuch von Mutter-Heimat wird in CityCult_EM_2012  empfohlen, weil die Begegnung mit ihr für den Fußballfan zu einem interessanten Rendezvous werden kann – einem Rendezvous mit der Geschichte. 

Der Titel der „CityCult“-Serie deutet auf kulturelle Inhalte hin. Woher die Idee, Kultur mit Sport zu verbinden?

Ja warum denn nicht? Das bietet sich doch geradezu an. Zwischen den Spielen hat ein Fan das Recht, in der Kunstgalerie Zachęta in Warschau eine gute Ausstellung anzusehen oder das Museum für Sexualkulturen der Welt in Charkiw zu besichtigen.

Und wie macht man ihm das schmackhaft?

In diesem Reiseführer durch Polen und die Ukraine zeigt jeweils ein Insider seine Stadt, also jemand, der vor Ort lebt. Das sind junge Leute, die in der Kunst-, Kultur- und Literaturszene aktiv sind. Der Leser hat den Eindruck, von einem Bekannten eine spontane Antwort zu bekommen auf die Frage: Was muss ich gesehen haben?

Wer hat die Orte ausgewählt?

Unsere Autoren. Bei den Vorgesprächen für CityCult_EM_2012 standen wir vor so mancher Herausforderung: Interessanterweise hat unser ukrainischer Autor sich den Leser anfangs als einen noblen Deutschen vorgestellt, der in einem Ledersessel sitzt, seine Pfeife raucht und glaubt, dass auf den ukrainischen Straßen Eisbären herumlaufen. Deshalb wählte er Orte aus, die seiner Meinung nach diesem Stereotyp am meisten widersprechen. Er suchte etwas, was „verwestlicht“ ist, eine Kopie der eleganten Orte, die er in Westeuropa gesehen hatte. So enthielt er uns zunächst beispielsweise den Hidropark vor, einen kultigen Ort, an dem alle Altersklassen der Kiewer gemeinsam Körperertüchtigung betreiben. Der Hidropark ist eine riesige Turnhalle unter freiem Himmel am malerischen linken Ufer des Dnjepr. Entstanden ist er zu Sowjetzeiten durch die Initiative von Leuten, die hier einfach Metallteile von Maschinen, Autoreifen und Ketten hergebracht und daraus Fitnessgeräte gebaut haben. Heute sind im Hidropark Cafés und Bars entstanden, hier tobt das Nachtleben. Unser Autor befürchtete, dass der deutsche Tourist sich hier unwohl fühlen würde, weil es vielleicht zu prollig sein könnte. Als unsere Fotografin den Hidropark entdeckte, begannen wir, unseren Autor davon zu überzeugen, dass der deutsche Fußballfan genau so etwas sehen will, dass ein Tourist immer von dem begeistert ist, was er in seinem Land nicht finden kann.

Hat CityCult_EM_2012 ein konkretes Anliegen?

CityCult_EM_2012 will anregen, auch außerhalb der Stadien einander zu begegnen. Dieser Event ist eine wunderbare Gelegenheit, die Nachbarn kennenzulernen, sich mit den Vorstellungen voneinander und den eigenen Vorurteilen auseinanderzusetzen. Das ist auch ein Anliegen der Publikation. Wir filtern aus dem großen Sportevent die Dimension der menschlichen Erfahrungen heraus. Wir empfehlen außergewöhnliche Orte, deren Atmosphäre die Sinne und die Gedanken anregt.

Antje Ritter-Jasińska, Herausgeberin