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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Ausstellung

Mirosław Bałka: 1/1/1/1/1

20.10 - 31.12.2018

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Installation aus Neonröhren zur Eröffnung einer neuen Kulturinstitution

Einladung als PDF
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Ort: OP ENHEIM, Plac Solny 4, 11-400, Wrocław

Begleitveranstaltungen am 20.10.2018 (Salon Herz, 5. Stock):
 
11:00 Autorengespräch mit Mirosław Bałka & Anda Rottenberg
13:00 Vortrag von Dr. Piotr J. Fereński: "Staat und Stadt als Raum für Begegnung und Trennung – oder, worüber uns die Kunst von Mirosław Bałka nachdenken lässt"
15:00 Konzert von Jasmine Guffond



Das barocke Bürgerhaus am Plac Solny 4 in Wrocław hat eine lange Geschichte. Auf den weißen Wänden der heute noch leeren Räume der Beletage beginnt ein neues Kapitel, eintätowiert mit gelben Gas, das in fragilen Neonröhren glimmt.
 
Die Installation von Mirosław Bałka, welche die Arbeit der Galerie OP ENHEIM eröffnet, hat einen ganz besonderen Charakter: sie ist eine Komposition aus vier Neonröhren, die das Wort "Vaterland" auf Polnisch, Deutsch, Hebräisch und Latein ergeben. Der gleiche Begriff lautet in jeder Sprache anders, so haben wir hier eine Bedeutung in einer Vielzahl reflektiert. Man sieht vier unterschiedliche Wörter, die das gleiche bedeuten, aber doch etwas anderes bedeuten. Die aufeinanderfolgenden Bewohner dieses Bürgerhauses werden auch unterschiedlich über ihr Vaterland gedacht haben. Und diese unterschiedlichen Schattierungen des Begriffes sind in den Sprachen enthalten, derer sie sich bedienten. Einige Worte sind von hinten geschrieben: sie wenden sich um und schauen zurück, in die Tiefe der Geschichte, so, wie wir heute auf sie schauen, während wir versuchen, die nicht mehr genau zu bestimmende Bedeutung zu durchdringen, welche die aufeinanderfolgen-den Generationen den jeweiligen Ausdrücken des Wortes Vaterland verliehen hatten.
 
Das ist der sparsamst mögliche Kommentar zur Geschichte des Hauses im Zentrum dieser Stadt und gleichzeitig ein Impuls zur tiefgründigen Reflexion über die Bezogenheit eines Begriffs, der so häufig in unserer alltäglichen Sprache auftaucht. Diese mit Neonröhren gelegten Worte verweisen auf die Zerbrechlich-keit unserer Überzeugungen vom eigenen Platz auf Erden und auf die Ambivalenz der Gefühle, die uns mit diesem Platz verbinden.

Kuratorin: Anda Rottenberg

Veranstalter: Viktor Oppenheim Haus gSE

Info: www.openheim.org/de, miroslaw-balka.com