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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

Kanał / Der Kanal

11.09.2014 19:00

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Film im Begleitprogramm
zur Ausstellung
„Warschauer Aufstand 1944“ mehr

Im Anschluss Gespräch mit
Magdalena Saryusz-Wolska

PL 1957; R: Andrzej Wajda; 95 min; OmdU; B: Jerzy Stefan Stawiński nach seiner gleichnamigen Erzählung; D: Wieńczysław Gliński, Emil Karewicz, Tadeusz Janczar, Stanisław Mikulski u.a.

Ort: Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin

www.topographie.de

Warschau Ende September 1944. Der Aufstand gegen die deutschen Besatzer nähert sich seinem Ende. Eine Widerstandsgruppe der polnischen Heimatarmee versucht, ihre Stellung in den Trümmern der Stadt zu behaupten. Als auch das nicht mehr gelingt, tauchen die vorwiegend jungen Leute in das unterirdische Kanalsystem, in die dunklen, stinkenden Kloaken Warschaus ab. 
 
Wajdas Drehbuchautor Jerzy Stefan Stawiński verarbeitet in „Der Kanal“ eigene Erlebnisse: Als Befehlshaber einer Nachrichtenkompanie der Heimatarmee war er mit siebzig Kameraden in die Katakomben eingestiegen und hatte sie am nächsten Tag mit nur fünf Überlebenden wieder verlassen: „Damals brach mein ganzes Wertesystem zusammen, und für ein paar Jahre blieb in mir ein Gefühl der Bitternis.“ Wajda und sein Kameramann Jerzy Lipman verdichten den Film zu einem expressionistischen Drama mit dramatischen Hell-Dunkel-Kontrasten. Die tragische Größe der Figuren wächst mit der zunehmenden Grausamkeit ihrer Niederlage. Dass Wajda scheiternde Helden ins Zentrum seiner Erzählung rücken konnte, hatte auch mit dem Ende des Stalinismus und einer möglich gewordenen Absage an die stalinistische Kunstdoktrin mit ihrem Pathos und der Verklärung des siegreichen Widerstandskämpfers als „typischem“ Helden der Epoche zu tun: „Der Kanal“ zeigt stattdessen das von Zweifeln geprägte, ins Schicksal seiner Zeit und seines Volkes fest eingewobene Individuum.
 
Andrzej Wajda studierte zunächst Malerei und ging ansschließend an die Filmhochschule in Łódź. Er begann seine Karriere als Assistent des polnischen Regisseurs Aleksander Ford. 1954 dreht er mit „Eine Generation“ seinen ersten Film. Seine Filme „Der Kanal“ und „Asche und Diamant“ gelten als Meisterwerke des polnischen Kinos. In den 1980er Jahren ging Wajda nach Frankreich und drehte den Film „Danton“. Wajdas Filme wurden auf den wichtigsten internationalen Filmfestivals ausgezeichnet. 2000 erhielt er den Ehren-Oscar und auf der Berlinale 2006 den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk. Sein Ouevre umfasst 42 Filme.