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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

Eroica. Eine Symphonie in zwei Teilen

18.09.2014 19:00

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Film im Begleitprogramm zur Ausstellung
„Warschauer Aufstand 1944“ mehr

Im Anschluss Gespräch mit
Andreas Mix

PL 1957; R: Andrzej Munk; 95 min; OmdU; D: Edward Dziewoński, Tadeusz Łomnicki, Ewa Połomska, Leon Niemczyk u.a.

Ort: Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8
10963 Berlin

www.topographie.de

„Eroica“ ist ein überaus ungewöhnlicher Film. Regisseur Andrzej Munk hat seinen 3-Teiler mit ironischer Bravour realisiert, was im Gegensatz zu den üblichen Filmdiskursen und Auseinandersetzungen mit dem Zweiten Weltkrieg als heldenhafte Romantik und Martyrium steht. Diese Art die jüngste polnische Geschichte zu erzählen verlangte viel Mut und künstlerisches Können. Der Protagonist des ersten Teils „Scherzo alla polacca“ ist ein Schlawiner und Bon-Vivant dessen einizige Sorge das Überleben im Krieg ist. Obwohl gleich um die Ecke der Warschauer Aufstand tobt, sind ihm heroische Taten völlig fremd und politisches Engagement ist ihm ohnehin zuwider. Auch der zweite Teil „Ostinato – lugubre“ ist keine Heroisierung des Wiederstandes oder der Geschichte. Erzählt wird hier die Geschichte von Kriegsgefangenen. Munk wagt es, die tapfere Haltung der demobilisierten polnischen Soldaten schonungslos, profan und witzig zu zeigen. Der dritte und letzte Teil „Con bravura“ wurde auf Wunsch von Andrzej Munk aus dem Triptychon rausgenommen. 

Andrzej Munk (1921-1961) studierte an der Filmakademie in Łódź. Nach dem Abschluß arbeitete er als Kameramann bei der Polnischen Wochenschau (Polska Kronika Filmowa). Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Drama  „Der Mann auf den Schienen“ (Człowiek na torze), „Das schielende Glück“ (Zezowate szczęście) und „Eroica“. Am 20. September 1961 starb Munk bei einem Autounfall auf dem Rückweg vom KZ Auschwitz-Birkenau, wo er seinen letzten Film „Die Passagierin“ (Pasażerka) drehte, den Witold Lesiewicz im Jahr 1963 beendete und der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 1964 im Wettbewerb gezeigt wurde.