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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Ausstellung

Stocznia/Shipyard

03.10 - 21.11.2014

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Documents of loss - Michał Szlaga

Im Rahmen des
Europäischen Monats der Fotografie

Vernissage:
02.10.2014 19:00 Uhr

Ausstellungsdauer:
03.10. – 21.11.2014

Ort: Polnisches Institut Berlin

Öffnungsgzeiten:
Di–Fr 10–18 h, Sa 18. Okt/15. Nov, So 19. Okt/16. Nov 2014 12–18 h

 


Podiumsdiskussion zur Ausstellung
Utopias Gone Awry
Photographing Architecture In Decay

mit: Michał Szlaga, Margret Hoppe und Jacek Dominiczak
am 07.11.2014 um 19:00 Uhr
im ZK/U Centre for Art and Urbanistics
Siemensstraße 27, 10551 Berlin

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie präsentiert das Polnische Institut Berlin die erste Einzelausstellung des Polnischen Fotografen Michał Szlaga in Deutschland. Mit seiner in den vergangenen 15 Jahren entstandenen Serie zum Abriss der bedeutenden Werft in Gdańsk ist er zu einem der wichtigsten polnischen Dokumentarfotografen der Gegenwart avanciert. In sachlichen Kompositionen präsentiert Michał Szlaga historische Gebäude auf dem Werftgelände vor und nach ihrem Abriss, außerdem Porträts verbleibender Schiffe, Kräne, Arbeiter und Interieurs.
 
Die bereits im 19. Jahrhundert gebaute Werft in Gdańsk gehört zu den historisch bedeutendsten Orten Polens. 1980 formierte sich hier mit der Gewerkschaft Solidarność die Keimzelle der demokratischen Bewegung in Polen. Nach 1990 wurde die zuvor als sozialistischer Staatsbetrieb organisierte Werft privatisiert und die Belegschaft stark reduziert. Drei Viertel der Anteile erwarb ein Investor aus der Ukraine. Ein neues Stadtviertel soll hier entstehen, mit Luxuseinkaufszentrum und breiter Zufahrtsstraße. Lediglich das Tor zur Werft sowie einige wenige Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Ein Großteil der Werftgebäude ist schon verschwunden, umstrittene Bauprojekte sind bereits voll im Gange.
 
Als Michał Szlaga begann, die Zerstörung des geschichtsträchtigen Ortes zu dokumentieren, wohnte er in einer Künstler-Kommune auf dem Gelände, in einem Haus, das ebenfalls nicht mehr steht. Heute verfügt Szlaga über ein umfangreiches Bildarchiv. Mit nostalgischem und politischem Blick untersucht er das Verhältnis von Architektur, Erinnerung und Fotografie und hält visuelle Spuren der Utopien von einst fest, bevor sie den Kulissen der postkommunistischen Gegenwart weichen. Mit seinem 2013 erschienenen und viel beachteten Album regte Michał Szlaga in Polen eine Debatte zum Schicksal der Werft, zu ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung und zu Fragen der Stadtentwicklung an. Sein Werkkorpus ist zugleich Monument und Anklage gegen eine Politik, die wenig Raum für Erinnerungskultur und alternative Nutzungskonzepte lässt.
 
Das Projekt, das Michał Szlaga schon nahezu die Hälfte seines Lebens begleitet, ist längst zur Obsession geworden. Neben einem nach wie vor wachsenden Archiv mit Tausenden von Bildern entstehen angeregt durch die Auseinandersetzung mit der Werft neue Werkserien. Vor kurzem reiste der Künstler mit der Kamera bis ins indische Alang, wo in der Werft von Gdańsk gebaute Schiffe demontiert und verwertet werden, um dort die Demontage, aber auch das Leben derer zu dokumentieren, die ihr Leben rund um die Verwertung der ausrangierten Schiffe aus Europa aufbauen. So erweitert Michał
Szlaga sein Projekt um eine globale Perspektive.
 
Die Ausstellung zeigt 35 Fotografien, eine zweikanalige Projektion mit 24 Dias und einen Film über Michał Szlagas Reise nach Alang.
 
Mit freundlicher Unterstützung des „Instytut Kultury Miejskiej“.

Im November veranstaltet das Polnische Institut Berlin mit weiteren Kooperationspartnern im Rahmen der Ausstellung eine Panel-Diskussion rund um das Thema Architektur, Gedächtnis und Fotografie. Termin und Ort werden rechtzeitig bekannt gegeben.
 
Kuratorin: Sabine Weier
 
Der 6. Europäische Monat der Fotografie Berlin findet vom 16. Oktober bis zum 16. November 2014 statt.