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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Ausstellung

Sie riskierten ihr Leben. Polen, die während des Holocausts Juden retteten

17.01 - 16.02.2017

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Ausstellungseröffnung:
17.01.2017 19:00 Uhr

Ort: Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung
Tiergartenstr. 35, 10785 Berlin

Zwischen den beiden Weltkriegen galt Polen als Vielvölkerstaat, in dem neben Polen viele Juden, Ukrainer, Weißrussen, Roma, Litauer und Deutsche lebten und die kulturelle und politische Landschaft prägten. 10 % der Bevölkerung gehörte der jüdischen Minderheit an und bildete die größte jüdische Diaspora in ganz Europa.

Mit dem Einbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 und der einhergehenden deutschen Besatzung Polens brach eine Zeit des Terrors über die polnische Bevölkerung ein. Kulturgüter und Privatbesitze wurden verschleppt und vernichtet, hunderttausende Polen deportiert und getötet. Zeitgleich begann eines der dunkelsten Kapitel in der jüdischen Geschichte: Durch die grausame  deutsche Vernichtungspolitik kamen während des Zweiten Weltkrieges sechs Millionen Juden in Europa ums Leben, die Hälfte davon in Polen.
 
Die polnische Bevölkerung war direkter Zeuge der deutschen Verbrechen an ihren eigenen jüdischen Mitbürgern, Nachbarn, Freunden und Familienangehörigen. Im Gegensatz zu anderen westlichen Ländern Europas, galt in Polen die Todesstrafe für jegliche Unterstützung von Juden. Die Entscheidung Juden zu helfen war somit äußerst riskant. Diejenigen, die sich trotz unvorstellbarer Angst und psychischer und finanzieller Belastungen entschlossen zu helfen, indem sie Juden versteckten, mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten versorgten und ihnen zur Flucht verhalfen, schwebten in akuter Lebensgefahr. Die Schicksale derjenigen, die Juden versteckten, und derjenigen, die versteckt wurden, waren untrennbar miteinander verbunden. Für verfolgte Juden setzten sich mit ihrem Leben polnische Bürger aus verschiedensten sozialen Gruppen ein: All die einfachen und gebildeten, gläubigen und nichtgläubigen, aus dem städtischen und aus dem ländlichen Raum kommenden Menschen verband die moralische Sensibilität für das menschliche Leid. 
 
Das israelische Parlament entschloss sich 1963 dazu, diejenigen Menschen, die während des Holocausts uneigennützig Juden retteten, mit dem Ehrentitel der „Gerechten unter den Völkern“ auszuzeichnen. Bis heute erhielten über 25.000 Personen aus 47 Ländern den von einer Kommission der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem vergebenen Ehrentitel. Ein Viertel der Ausgezeichneten stammt aus Polen.
 
Die Ausstellung zeigt Menschen aus Polen, die durch ihre riskante und mutige Hilfe zu Lebensrettern wurden. Neben dem Erzählen der persönlichen Geschichten und Motive der Retter wird der historische Kontext der deutschen Besatzung beleuchtet und die Bedingungen der Rettung von Juden sowie der Umfang der von Polen geleisteten Hilfe veranschaulicht. Die Zeugnisse der Gerechten und der von Ihnen geretteten Personen bilden dabei das Herzstück der Ausstellung.
 
Die Ausstellung wird in der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung präsentiert und entstand in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Polen, dem Museum der Geschichte der Polnischen Juden POLIN und der Konrad-Adenauer-Stiftung.