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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

Filmeihe "Bilder der Geschichte": Die Frau des Zoodirektors

10.09.2017 12:00

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Filmreihe "Bilder der Geschichte  Dialog über schwieriges Erinnern"

OT: The Zookeeper’s Wife, R: Niki Caro, USA 2017, 122 min, dt. Fassung

Infoflyer als PDF (500 KB)
Veranstaltung auf Facebook

Eintritt: frei (begrenzte Platzzahl)

Ort: Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den
Linden 2, 10117 Berlin

anschl. Gespräch mit Teresa Żabińska-Zawadzki (Tochter von Antonina und Jan Żabiński) und Dr. Birte Hewera (Internationale Schule für Holocaust-Studien der Yad Vashem-Gedenkstätte)

Mit dem Überfall der Nazis auf Polen im September 1939 ändert sich das idyllische Leben der Familie Żabiński schlagartig. Jan Żabiński (Johan Heldenbergh), der Direktor des Warschauer Zoos, und seine Frau Antonina (Jessica Chastain) geraten unter die strenge Kontrolle von Hitlers Chefzoologen Lutz Heck (Daniel Brühl).

Das Ehepaar lässt sich trotz lebensbedrohlicher Gefahr nicht davon abhalten, heimlich und mit ihren Mitteln Widerstand zu leisten. Der Warschauer Zoo wird zu einem Versteck für über 300 Mitmenschen jüdischer Herkunft, die durch den Einsatz der Familie Żabiński vor dem Tod gerettet werden.

Diese Geschichte nach einer wahren Begebenheit erzählt von bedingungsloser Hingabe, Menschlichkeit inmitten düsterer, kriegerischer Zeiten und großem Mut.
 
"Die Frau des Zoodirektors" ist ab dem 14.09.2017 auf DVD und BluRay erhältlich.



Über die Filmreihe "Bilder der Geschichte – Dialog über schwieriges Erinnern":
 
Viele Historiker sind der Meinung, dass das Kino nicht im Stande ist, die vergangene Realität darzustellen. Paradoxerweise bezieht die heutige Gesellschaft ihr Wissen allerdings nicht aus Archiven, Dokumenten, Büchern und dem Geschichtsunterricht, sondern aus Filmbildern. Oft sind es nicht ganze Filme, die ins Gedächtnis einer Gemeinschaft eindringen, sondern konkrete, symbolische Szenen. Diese bleiben in den Köpfen der Zuschauer, weil sie stärkste Emotionen hervorrufen. Jede Gesellschaft denkt in solchen „Bildern der Geschichte“, die lägst nicht nur Fragmente einer größeren Erzählung sind, sondern zu eigenständigen Kulturikonen voll vielschichtiger Bedeutungen wurden, die das historische Bewusstsein der Gesellschaft prägen.
 
„Geschichte ist immer die Geschichte der Gegenwart“, sagte der italienische Philosoph und Historiker Benedetto Croce. Jeder Kunstschaffende, der die historische Realität darstellt, versucht die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf ein konkretes Problem der Gegenwart zu lenken. Das Publikum kann die erzählte Geschichte nur wirklich erleben, wenn es sich mit ihr identifizieren kann. Dies ist wiederum möglich, wenn der Zuschauer die erzählte Geschichte versteht und einen Teil von sich selbst in der gezeigten Welt (sowie im Protagonisten) wiedererkennen kann. Dem Filmemacher bleibt also nichts anderes übrig als sich an den Begriffsapparat des Zuschauers, seiner Sprache, Kultur, seinen Erfahrungen und seiner historischen Last anzupassen. Dieses Wissen hilft auch den in den Filmbildern eingeschrieben Inhalt herauszulesen.
 
In der Filmreihe „Bilder der Geschichte – Dialog über schwieriges Erinnern“ finden wir großartige polnische Filme der vergangenen sechzig Jahre. Der Jahre eines schwierigen Kampfes gegen den nationalsozialistischen und kommunistischen Totalitarismus. Der Kriegsjahre und dem aus ihnen folgendem halben Jahrhundert. In diesen Filmen sind wir in der Lage den wechselnden „Erinnerungscode“ der Polen herauszulesen: Wer waren sie damals und wer sind sie heute? Was hat sie die Jahre über geprägt? Welche Ängste, Sorgen und Freuden hatten sie? Welche Gründe gab es für Scham, Verzweiflung oder Stolz? Wie haben sie sich selbst gesehen? Wie haben sie die Völker gesehen, mit denen sie in diesem Teil der Welt koexistieren? Zum Beispiel die Deutschen, Juden, Russen und Ukrainer ...
 
Mit Sicherheit wird die Filmreihe „Bilder der Geschichte – Dialog über schwieriges Erinnern“ nicht alle Quellen, nicht alle Kontexte und nicht alle Mechanismen aufzeigen können, welche die Weltanschauungen und Einstellungen der heutigen Polen prägen, aber vielleicht wird sie dazu beitragen, das heutige Polen und die Denkweise der Bürger kennenzulernen und zu verstehen.
 
Die Begegnungen bei der Filmreihe „Bilder der Geschichte – Dialog über schwieriges Erinnern“ bestehen aus zwei Teilen: der Filmvorführung und der anschließenden Diskussion mit Filmemachern, Historikern und anderen Experten sowie natürlich dem Publikum.
 
Diese Auseinandersetzung der Wissenschaft und Kunst, wie auch die Suche nach der Antwort auf die allem vorhergehende Frage: „War es wirklich so, wie wir es im Film gesehen haben?“ scheinen ein interessanter Ausgangspunkt zu sein, um zu weiteren Überlegungen und Schlussfolgerungen zu gelangen.
 
Wojciech Saramonowicz (Kurator der Filmreihe, Witold-Pilecki-Zentrum für Totalitarismusforschung)


 
Geplantes weiteres Programm:

Eine Liebe in Deutschland / Miłość w Niemczech
R: Andrzej Wajda, D/FRA 1983, 102 min
 
Wolhynien / Wołyń
R: Wojciech Smarzowski, PL 2016, 149 min
 
Ida
R: Paweł Pawlikowski, PL/DK 2013, 79 min
 
Schwarzer Donnerstag / Czarny czwartek
R: Antoni Krauze, PL 2011, 105 min
 
Hitlerjunge Salomon / Europa, Europa
R: Agnieszka Holland, D/FRA 1991, 107 min
 
Rosa / Róża
R: Wojciech Smarzowski, PL 2011, 94 min

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Die Filme werden in deutscher Sprache gezeigt. Die Treffen und Diskussionen nach den Vorführungen werden gedolmetscht.



In Kooperation mit dem Witold-Pilecki-Zentrum für Totalitarismusforschung

Info: www.dhm.de/zeughauskino, obnt.pl/en