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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Film

Ostatnia rodzina / Die letzte Familie

10.10.2017 19:30

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kinoPOLSKA

PL 2016, R: Jan P. Matuszyński, 123 min, OmdU

zu Gast: Jan P. Matuszyński

Ort: Arsenal, Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin

Auf den ersten Blick ist der Film ein gewöhnliches Biopic. Wir begleiten den Maler Zdzisław Beksiński (Andrzej Seweryn) 28 Jahre lang durch sein wenig glamouröses Leben in einer Warschauer Plattenbauwohnung und lernen dabei einige seiner Bilder kennen. Aber irgendwann stellen wir fest, dass wir immer noch keine Ahnung haben, woher in dieser tristen Umgebung die düster-phantastischen Bildwelten kommen.
 
Denn der Filmtitel deutet es bereits an: Nicht Beksiński und seine Werke stehen im Mittelpunkt, sondern seine Familie, allen voran seine starke, zurückhaltende Ehefrau Zofia (Aleksandra Konieczna) und sein psychisch labiler Sohn Tomasz (immer wieder grandios: Dawid Ogrodnik). Sie sind gemeinsam der wahre Hauptdarsteller, der uns in einem komplexen, psychologisch dichten Beziehungsgeflecht einige Jahrzehnte polnischer Lebensrealität vor und nach 1989 nachfühlen lässt.
 
Es überrascht, dass ein solch ambitioniertes Projekt einem so jungen Regisseur anvertraut wurde. Noch überraschender ist, dass das Ergebnis so reif, souverän und zeitlos geraten ist, dass es Kritiker und Publikum gleichermaßen begeisterte und – auch dank liebevoll ausgefeilter Maske und Ausstattung – das Zeug zum Klassiker des zeitgeschichtlichen Kinos hat.
 
Jan P. Matuszyński (geb. 1984) studierte Regie und Dokumentarfilm in Łódź und Warschau. Nach einigen Kurz- und Dokumentarfilmen drehte er sein Langspiel-Debüt „Die letzte Familie“, das u.a. auf Filmfestivals in Locarno, Denver, Cottbus und Gdynia ausgezeichnet wurde.

B: Robert Bolesto
K: Kacper Fertacz
S: Przemysław Chruścielewski
D: Andrzej Seweryn, Aleksandra Konieczna, Dawid Ogrodnik, Andrzej Chyra u.a.

Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Kooperation mit dem Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.
 
Info: www.arsenal-berlin.de
 
Fotos (c) Hubert Komerski