Przejdź do:

Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Diskussion

Modern Cities by the Sea

29.08.2018 19:00

../img/wydarzenia/Gdynia (Narodowe Archiwum Cyfrowe)_320.jpg
Gdynia and Tel Aviv between 1920 and 1948

Vortrag von Dr. Jacek Friedrich (Stadtmuseum Gdynia / Universität Gdańsk)
in englischer Sprache

Veranstaltung auf Facebook

Eintritt: frei

Ort: Architekturpreis Berlin e.V., Kurfürstendamm 48/49, 10707 Berlin

Als Folge des Ersten Weltkriegs wurde der polnische Staat wiederhergestellt, dieser deckte 1920 einen Teil der Ostseeküste ab. Jedoch gab es auf dem Territorium des wiedergeborenen Staates keinen relevanten Seehafen. Es war also notwendig, einen neuen modernen Hafen zu errichten – dieser sollte in Gdynia entstehen. Stadt- und Hafengebiete entwickelten sich schnell und die Architektur jener Zeit trug zunehmend modernistische Züge. Auf diese Weise entstand in nur etwa einem Dutzend Jahren eine große modernistische Stadt, die kurz vor dem Zweiten Weltkrieg bereits etwa 130.000 Einwohner zählte.
 
Zur selben Zeit wurde am Mittelmeer das britische Mandat von Palästina gegründet – der Kern eines unabhängigen jüdischen Staates. Das wichtigste Zentrum dieses Staatsgebildes war Tel Aviv, das ab Mitte der 1920er-Jahre im modernistischen Stil gebaut wurde. Auch diese Stadt erlebte eine rasante Entwicklung und hatte Ende der 1930er-Jahre rund 150.000 Einwohner.
 
Gdynia und Tel Aviv verbindet nicht nur ihre modernistische Architektur, sondern in vielerlei Hinsicht auch eine ähnliche Geschichte. Beide Städte verdanken ihre zügige Entwicklung grundlegenden politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg. Sie wurden im Fall von Gdynia zum Ausdruck des dynamischen Geistes der neuen Staatlichkeit bzw. im Fall von Tel Aviv einer Quasi-Staatlichkeit. Das polnische Gdynia entstand in Opposition zum deutschen Danzig (poln. Gdańsk), das jüdische Tel Aviv wurde wiederum als Gegenstück zum arabischen Jaffa gegründet. In beiden Fällen waren die schnelle Entwicklung der Städte und ihre moderne Architektur Gegenstand eines aufkommenden Nationalstolzes.
 
Im Vortrag wird Dr. Jacek Friedich die Analogien und Unterschiede dieser beiden Zentren des urbanen Modernismus herausarbeiten und dabei den Schwerpunkt auf die Jahre 1920–1948 legen.
 

Dr. Jacek Friedrich 
ist Kunsthistoriker und Mitarbeiter des Instituts für Kunstgeschichte an der Universität Gdańsk sowie Direktor des Stadtmuseums Gdynia. In seiner Forschungstätigkeit greift er die Problematiken der modernen visuellen Kultur, der Architektur- und Designgeschichte des 20. Jahrhunderts sowie der Rekonstruktion und des Schutzes von Baudenkmälern auf. Friedrich veröffentlichte mehrere Bücher, u. a. „Neue Stadt in altem Gewand. Der Wiederaufbau von Danzig 1945–1960“ (2010) und „Walka obrazów. Przedstawienie wobec idei w Wolnym Mieście Gdańsku“ (Kampf der Bilder. Ausführungen zu Ideen in der Freien Stadt Danzig, 2018). Darüber hinaus ist er Initiator bzw. Ko-Autor der Ausstellung „Die Geburt der Stadt. Gdynias Modernismus in der Zwischenkriegszeit“ (Stadtmuseum Gdynia, 2014).
 
Veranstalter: Witold-Pilecki-Institut für Totalitarismusforschung Warschau in Kooperation mit Architekturpreis Berlin e.V., unterstützt vom Polnischen Institut Berlin

Info: www.architekturpreis-berlin.de, gdynia.pl/turystyczna-de, obnt.pl/en

Foto © Narodowe Archiwum Cyfrowe