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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Musik

#KlangContraCorona

16.03 - 30.04.2020

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Musikalische Leckerbissen auf Facebook und auf der Homepage

So lange das Coronavirus alle Veranstaltungen verhindert, versorgen wir euch digital jeden Tag mit einem musikalischen Leckerbissen aus Polen.

Inhalt:

1 / Hańba!
2 / Julia Marcell
3 / Happysad
4 / Kwiat Jabłoni
5 / Mata
6 / Sonbird
7 / Ich Troje
8 / Dawid Podsiadło
9 / Lao Che
10 / Oreada
11 / Armia
12 / Alicja Szemplińska
13 / Phedora
14 / Krzysztof Penderecki (zum Tod am 29.03.2020)
15 / Percival Schuttenbach
16 / Domowe Melodie
17 / Gromee
18 / Big Cyc
19 / Apollon Musagète Quartet
20 / HuRaban



Nr. 1 / 16.03.2020
HAŃBA!
Bereits seit 2013 ist keine Straßenecke vor dem Quartett sicher, denn mit Banjo, Akkordeon, Trommel, Klarinette und Tuba sind sie auf keine Steckdosen angewiesen und bringen mit einem wilden Mix aus Roots, Klezmer und einer satten Portion Punk jedes Tanzbein zum Schwingen. Ihre Vorbilder liegen dabei eindeutig in den Zwanziger- und Dreißigerjahren des 20. Jh. und auch vor Texten von Klassikern wie Julian TuwimJan Brzechwa oder Władysław Broniewski schrecken sie nicht zurück.
>> http://hanba1926.pl
Hier findet ihr die Aufzeichnung eines kompletten Straßenkonzerts:



Nr. 2 / 17.03.2020
JULIA MARCELL
Julia Marcell heißt eigentlich Julia Górniewicz und kommt aus Olsztyn, lebt aber schon seit langer Zeit in Deutschland. Das Geld für ihr erstes Album kratzte sie 2007 per Crowdfunding zusammen, um es von Moses Schneider (u.a. Tocotronic & Beatsteaks) produzieren lassen zu können. Inzwischen ist ihr fünftes Album „Skull Echo“ erschienen und zeigt erneut, dass man hörbaren Pop mit Tanzflächenappeal machen kann, ohne das Hirn auszuschalten oder an Persönlichkeit einzubüßen.



Nr. 3 / 18.03.2020
HAPPYSAD
Die Band entstand offiziell 2001, auch wenn die Musiker schon vorher miteinander zu tun hatten. In knapp 20 Jahren Bandgeschichte entwickelten sie sich zu einem Klassiker, der generationsübergreifend alte und junge Hörer begeistert. Ihr bekanntester Song „Zanim pójdę“ (Bevor ich gehe, 2009) hat auf YouTube knapp 34 Millionen Views – das ist nur geringfügig weniger als Polen Einwohner hat! Aber lasst euch doch selbst mitreißen und treibt die Klickzahl noch etwas höher.

Nr. 4 / 19.03.2020
KWIAT JABŁONI
Kwiat Jabłoni (Apfelblüte), das sind die Geschwister Kasia und Jacek Sienkiewicz. Ihr musikalisches Abenteuer begann im fünfköpfigen (!) Hollow Quartet, auch wenn Musik bei ihnen zu Hause schon immer eine große Rolle spielte. Am Ende beschlossen sie, ihr eigenes, familiäres Folk-Pop-Projekt Kwiat Jabłoni auf die Beine zu stellen, in dem sie Klavier, Mandoline, Gesang und elektronische Sounds vereinigen. Im vergangenen Jahr erschien ihr Debüt „Niemożliwe“ (Unmöglich), auf dem ihr auch ihren Erfolgs-Song „Dziś późno pójdę spać“ (Heute gehe ich spät ins Bett) findet.


Nr. 5 / 20.03.2020
MATA
Michał Matczak, besser bekannt unter dem Namen @Mata, ist gerade mal schlanke 19 Jahre alt und startete im Dezember 2019 mit seinem hochkontroversen Hiphop-Track „Patointeligencja“ (Patho-Intelligenz) massiv durch. Darin widmet er sich diversen unsichtbaren Problemen der polnischen Jugendlichen aus besserem Hause wie Suchtkrankheiten und Teenie-Schwangerschaften. Einerseits ist das Stück hochemotional, andererseits auch sprachlich spannend – es spiegelt den Jugendslang voller Abkürzungen und Anglizismen und zeigt damit auch, dass Mata ein echter Wortkünstler ist.

Nr. 6 / 21.03.2020
SONBIRD
Die vier noch relativ jungen Spunde von Sonbird kommen aus der Bierstadt Żywiec und haben sich dem Indie/Art Rock verschrieben. Ihr Debütalbum „Głodny“ (Hungrig) erschien im vergangenen Jahr und eroberte die Herzen der Fans im Sturm. Im Repertoire haben sie sowohl energiegeladene Uptempo-Stücke als auch lyrische Balladen. Das erweist sich vor allem bei Livekonzerten als exzellente Mischung, mit der sie auf magische Weise das Publikum in ihren Bann ziehen und anschließend für ordentlich Muskelkater sorgen. Ihre rockige Seite könnt ihr im Clip „Niepoważny“ (Leichtsinnig) kennen lernen.



Nr. 7 / 22.03.2020
ICH TROJE
Ich Troje bespielen in wechselnden Besetzungen schon seit den Neunzigerjahren die Bühnen Polens und ihre Hits können inzwischen mehrere Generationen auswendig mitsingen. Rotschopf Michał Wiśniewski und seine Mitstreiter/innen versuchten 2003 sogar, mit dem deutsch-polnisch-russischen Lied „Keine Grenzen / Żadnych granic“ den Eurovision Song Contest zu gewinnen. Aber nicht jeder weiß, dass manche Stücke aus ihrem Repertoire nicht von Ich Troje stammen. Beispielsweise dürfte der äußerst erfolgreiche Song „A wszystko to … (bo ciebie kocham)“ vielen deutschen Hörern sehr bekannt vorkommen. Richtig hingehört? Ja, es handelt sich tatsächlich um ein Cover von „Alles aus Liebe“ von den Toten Hosen, das sechs Jahre nach dem Original erschien und in Text und Instrumentierung der Vorlage sehr nahe kommt. Vergleicht doch selbst!


 
Nr. 8 / 23.03.2020
DAWID PODSIADŁO
Dawid Podsiadło war ein unbekannter, bescheidener Junge, bis er durch den Sieg in der TV-Show „The X Factor“ plötzlich berühmt wurde. Heute gehört er zu den populärsten Playern im polnischen Rock/Pop-Business. Nicht wenige prophezeiten ihm exzellente Chancen auf eine Karriere im Ausland, aber er entschied sich dafür, in seiner Heimat zu bleiben und auf Polnisch zu singen. Podsiadło besticht vor allem durch seine Authentizität – er schreibt seine Songs nach wie vor selbst und singt über das, was ihn bewegt. Sein jüngstes Album „Małomiasteczkowy“ (Kleinstädtisch) beschreibt das Verlassen der Provinz. Es handelt aber auch von einem Künstler, der schwer mit seiner Berühmtheit zurecht kommt. Das Video des Titelsongs zeigt symbolhaft die Entfremdung und macht nebenher noch subtil Werbung für gesunde Luft durch ausreichend Bäume.
>> www.facebook.com/podsiadlo.dawid



Nr. 9 / 24.03.2020
LAO CHE
Die Alternative/Crossover-Band Lao Che aus dem mittelpolnischen Płock ging 1999 aus dem Vorgänger Koli hervor, entlieh ihren Namen von einer "Indiana Jones"-Nebenfigur und mauserte sich mit acht – stilistisch sehr unterschiedlichen – Alben zu einem der populärsten Acts der polnischen Indie-Szene. Der Durchbruch gelang den Jungs 2005 mit ihrem Konzeptalbum „Powstanie Warszawskie“ über den Warschauer Aufstand. Anschließend experimentierten sie sich munter durch diverse Spielarten der intelligenten alternativen Rock- und Popmusik und landeten damit verlässlich auf vorderen Chart-Positionen. Ende 2019 gaben sie bekannt, dass sie ihre Tätigkeit einstellen und sich 2020 mit einer Tour von den Fans verabschieden werden. Zumindest von ihrem charismatischen Frontmann Hubert Dobaczewski wird man aber mit Sicherheit noch einiges hören.

Nr. 10 / 25.03.2020
OREADA
Die fünfköpfige Band Oreada verbindet klassische Folk-Atmosphäre mit schweren Gitarren und schnellen Beats. Damit schraubt sie sich ohne Umwege auf direktem Weg in die Gehörgänge. Ihre Inspirationen bezieht sie dabei aus der Natur, dem ländlichen Leben und dem menschlichen Dasein an sich. Ihr Debütalbum „Mówili mi ludzie“ (Die Leute haben mir gesagt) erblickte soeben das Licht der Welt. Und was sagt die Band über sich selbst? „Oreada kommt vom Dorf und macht einfach Musik!“

Nr. 11 / 26.03.2020
ARMIA
Zu ihrer Gründung 1984 bewegten sich Armia als oppositionelle Punkband noch tief im Untergrund, sind dort aber nicht lange geblieben. Schon vor 1989 avancierten sie zu einem der wichtigsten Vertreter des Genres und starteten nach dem politischen Umbruch mit auch außerhalb ihrer Szene richtig durch. Dreh- und Angelpunkt ist nach dem Weggang der Punk-Legende Robert Brylewski Sänger und Gründungsmitglied Tomasz Budzyński. Markenzeichen der Band ist neben schweren Gitarren, rüdem Gesang und Folk-Anleihen (u.a. mit Waldhorn und Flöte) vor allem die thematische Bandbreite ihrer poetisch angehauchten Songtexte – polnische Geschichte, Fantasy-Motive, slawische Legenden und vor allem christliche Inhalte hinterließen ihre Spuren. Ihr Song „Jeszcze raz, jeszcze dziś“ (Noch einmal, noch heute) entstand zum 600. Jahrestag der Schlacht bei Grunwald im Auftrag des polnischen Kulturministeriums.

Nr. 12 / 27.03.2020
ALICJA SZEMPLIŃSKA
Der Eurovision Song Contest 2020 hätte ihr internationaler Durchbruch werden sollen. Die 17 Jahre junge Gymnasiastin Alicja Szemplińska aus Ciechanów konnte bereits die Casting-Shows „Hit, Hit, Hurra!“ (2016) und „The Voice of Poland“ (2019) für sich entscheiden, bevor sie sich mit Coversongs von Edyta Górniak und Loreen sowie ihrem eigenen Lied „Empires“ im nationalen ESC-Vorausscheid durchsetzte. Leider wurde die größte TV-Musikshow der Welt für dieses Jahr abgesagt und wir müssen uns in Geduld üben. Bis sie endlich die große europäische Bühne betreten darf, geht Alicja erst einmal ins Studio zurück und nimmt neue Songs auf, denn bisher erschienen lediglich zwei Singles. Und beim ESC 2021 ist sie dann vielleicht keine Newcomerin mehr.



Nr. 13 / 28.03.2020
PHEDORA
Dass Phedora aus Polen stammen, hört man ihnen nicht an, denn sie singen konsequent auf Englisch und ihr alternativer Hardrock ist ebenfalls westlich orientiert. Und auch wenn sie das Rad nicht neu erfinden, haben sie doch ihr eigenes Markenzeichen – beide bisher erschienenen Alben sind Konzeptalben. Sie laden also dazu ein, auch in fragmentierten Spotify-Zeiten die Alben ganz klassisch von vorne nach hinten zu hören, der Geschichte des Helden zu folgen und dabei zu spüren, wie sich mit ihm auch die Musik vom heftigen Rock zu eher ruhigen, lyrischen Klängen verändert.
>> www.facebook.com/phedoraband



Nr. 14 / 29.03.2020
KRZYSZTOF PENDERECKI
Krzysztof Penderecki, geboren 1933 in Dębica, nahm bereits früh Klavier- und Violinenunterricht, bevor er in Kraków Philosophie, Kunst- und Literaturgeschichte studierte. Seine Karriere als Komponist begann er in den Sechzigerjahren als Avantgardist, damals experimentierte er u.a. mit den Möglichkeiten elektroakustischer Klangerzeugung. Später wandte er sich Spätromantik und Expressionismus zu, was ihm weltweit große Popularität bescherte. Penderecki schrieb Vokal- und Instrumentalmusik für große und kleine Besetzungen, er verfasste auch fünf Opern – darunter eine für Kinder. Darüber hinaus war er  15 Jahre lang Rektor der Musikakademie Kraków. Immer wieder wurde er eingeladen, als Gast seine Werke zu dirigieren oder (z.B. für den Leipziger Thomanerchor) Auftragswerke zu verfassen. Seine Musik diente auch als Soundtrack für Filme, so für Andrzej Wajdas „Katyń“, Martin Scorseses „Shutter Island“ oder David Lynchs „Wild at Heart“. In seinem Heimatort Lusławice legte er nicht nur ein Arboretum mit mehreren Tausend Baumsorten an, sondern ließ auch ein hochmodernes Europäisches Musikzentrum bauen, das vor allem der Nachwuchsförderung dient. Der deutsche Dokumentarfilm „Wege durchs Labyrinth“ (2013) von Anna Schmidt porträtiert den Mann, der vom Guardian als „vermutlich größter lebender polnischer Komponist“ bezeichnet wurde. Penderecki starb am 29. März 2020.



Nr. 15 / 30.03.2020
PERCIVAL SCHUTTENBACH
Was 1999 in Lubin begann, sind inzwischen – in wechselnden Besetzungen – genau genommen drei Bands. Unter dem Namen Percival Schuttenbach wird ordentlich Krach gemacht und dem skandinavisch inspirierten Folk Metal gefrönt, während das Quartett unter dem Namen "Percival" ausschließlich akustische Klänge fabriziert, in denen jede Menge slawisches Mittelalter durchschimmert. Und dann ist da schlussendlich das Projekt „Percival – Wild Hunt Live“, das auch den Namen erklärt: Percival Schuttenbach ist eine Figur aus Andrzej Sapkowskis Romanen der „Wiedźmin / The Witcher“-Reihe und nicht ganz zufällig wurde die Band eingeladen, den Soundtrack zum Weltbeststeller-Computerspiel „The Witcher 3: Wild Hunt“ einzuspielen. Damit steht einer Weltkarriere wohl nichts mehr im Wege. Kürzlich gab die Band für ihre zu Hause festsitzenden Fans ein komplettes Exklusiv-Doppelkonzert im Internet (www.youtube.com/watch?v=fAsa_fs7yb8 / www.youtube.com/watch?v=vtTMXNwAAGU).
 


Nr. 16 / 31.03.2020
DOMOWE MELODIE
Die dreiköpfige Band Domowe Melodie wurde vermutlich von ihrem großen Erfolg im Internet selbst überrumpelt. Dabei passen sie seit 2012 in keine Schublade so richtig: ein bisschen Folk, ein bisschen Alternative, ein bisschen Chanson, eine Prise Pop sowie ein Schuss Kabarett kennzeichnen ihre Lieder. Vor allem besticht das Auftreten der Band durch seine große Natürlichkeit – ganz ohne aufwändige Outfits, professionelle Clips und opulente Instrumentierungen eroberten sie die Herzen der Zuhörerschaft im Sturm. Leider ist die kurzweilige musikalische Spritztour seit 2018 schon wieder vorbei, aber ihre unprätentiösen Lieder bleiben uns erhalten.



Nr. 17 / 01.04.2020
GROMEE
Der Plus-Size-Brillen-Träger mit Hut namens Gromee, Jahrgang 1978, hat im Pass eigentlich den Namen Andrzej Gromala stehen. Der DJ, Produzent, Remixer und Gründer des Labels Kingztown Music ist seit 2011 im Bereich der elektronischen Musik unterwegs und hat sich der populären, eingängigen Spielart EDM (Electronic Dance Music) verschrieben. Seit 2016 ist der international bestens vernetzte Musiker bei Sony unter Vertrag. Da er 2018 den nationalen Vorausscheid zum Eurovision Song Contest gewinnen konnte, darf er sich stolz als „erster DJ in der Geschichte des ESC“ bezeichnen. Sein erstes und bisher einziges Album „Chapter One“ (2018) erreichte in Polen Goldstatus.
>> www.gromeeofficial.com



Nr. 18 / 02.04.2020
BIG CYC
Wenn man nach einer Definition für „gesellschaftlich engagierten Fun-Rock in Polen“ sucht, ist man bei Big Cyc mit Sicherheit an der richtigen Adresse. Seit 1988 tobt sich der Sechser aus Łódź anfänglich im Punk, später zunehmend im poppigen Hard-/Rock und Ska aus und setzt dabei auf eingängige Songs, welche den Hörer nicht überfordern, sich dafür aber ohne Umwege ins Ohr bohren. Aber sie verleugnen ihre Wurzeln nicht und brachten z.B. zum 30. Jahrestag der Einführung des Kriegsrechts das Album „Zadzwońcie po milicję!“ (Ruft die Miliz!) mit Songs von zensierten Bands der Achtzigerjahre heraus. Auch für Happenings sind sie sich nicht zu schade. Die bissig-satirischen Texte des Bandleaders Krzysztof Skiba sind immer wieder kontrovers, weshalb die Gruppe nicht nur Freunde hat. Das Stück „Facet to świnia“ kommt euch bekannt vor? Kein Wunder, denn hier haben Big Cyc offensichtlich versucht, das Hitpotenzial von „Männer sind Schweine“ von Die Ärzte ins Polnische zu übersetzen. Die Übersetzung ist nicht wirklich originalgetreu, die Musik dafür sehr.



Nr. 19 / 03.04.2020
APOLLON MUSAGÈTE QUARTET
E oder U? Die Frage stellt sich für die vier Musiker des Apollon Musagète Quartet gar nicht, denn sie sind gleichermaßen im ernsten und unterhaltenden Genre zu Hause. Mit ihrer klassischen Besetzung aus zwei Violinen, Bratsche und Cello spielen sie mit Brillanz und Ausdruckskraft die klassische und moderne Konzertliteratur für diese Ensembleform, vorzugsweise von polnischen Komponisten. Einige Stücke wurden speziell für sie geschrieben. Das Ensemble fand 2006 in Wien zusammen, besteht aber ausschließlich aus Polen. In seinem Namen bezieht es sich sowohl auf ein Ballett von Igor Strawinsky als auch auf den Musengott Apollon. Der Sieg im Musikwettbewerb der ARD 2008 öffnete ihnen die Türen zu den renommierten Konzertsälen der Welt, zahlreiche weitere Preise folgten. Aber auch poppige Klänge sind dem Quartett nicht fremd. Wie frisch und mitreißend akustische Kammermusik auf Streichinstrumenten auch auf großen Bühnen klingen kann, zeigt dieser Live-Mitschnitt des Stücks „A Multitude of Shades“, das mit seinen Anfangsbuchstaben nicht zufällig auf den Nachnahmen der Musikerin Tori Amos anspielt, mit der sie das Album „Night of Hunters“ einspielten.
>> www.apollon-musagete.com



Nr. 20 / 04.04.2020
HURABAN
Das Trio HuRaban aus Niederschlesien rührt in seiner Musik ein buntes Gemisch aus Versatzstücken, Stilen und Einflüssen aus aller Herren Länder zusammen, das mit Begriffen wie „Folk“ oder „Weltmusik“ nur ansatzweise zu beschreiben ist. es ist schwer zu glauben, dass nur drei Musikerinnen am Werk sind, denn gemeinsam kreieren sie einen satten, kraftvollen und energiegeladenen Sound, der durchaus auch einem kleinen Orchester zur Ehre gereichen würde. Dabei kommen neben bekannten Instrumenten auch seltene Klangerzeuger wie Gitalele, Riq, Darbuka, Kamantsche, Rahmentrommel, orientalische Flöten und sogar Kochtöpfe zum Einsatz. Ihre Inspirationen kommen vom Balkan ebenso wie von bulgarischen Frauenchören, Flamenco, jüdischer Musik und der kapverdischen Morna. Die unfreiwillige Corona-Pause nutzen die Damen übrigens, um ein neues Album einzuspielen.