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Polnisches Institut Berlin

Es begann in Gdańsk

Musik

Aus alten Märchen - aus alten Präludien - ElettroVoce

20.10.2010 20:00

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Schumann und Chopin
Romantik/Elektronik
im Chopin-Jahr 2010




Ort: In der Treppenhalle des
Neuen Museums
Bodestr 1
10178 Berlin

Tickets unter:
www.neues-museum.de

Museumskassen der Staatlichen Museen zu Berlin

Info-Service:
Tel.: 030 266 42 42 42
(Mo-Fr 09:00 - 16:00 Uhr)

Wenn von Chopin die Rede ist, haben Sänger meist wenig zu melden. Es sei denn, sie verstehen ihre Stimme auch als eigenständiges Instrument. Agata Zubels Stimme begibt sich in Regionen, von denen man annimmt, dass ein menschlicher Körper sie gar nicht hervorbringen kann. Ebensowenig ist ihr Mitmusiker Cezary Duchowski ein reiner Pianist. Seine Kreationen entspringen auch dem Computer und fügen dem Tasteninstrument neue Nuancen hinzu. Gemeinsam wollen sie Chopin nicht neu erfinden oder gar verbessern, sondern ihn verstehen und vermitteln, was er in ihnen auslöst.

„Hut ab, ihr Herren, ein Genie!“ – so wurde 1831 das deutsche Debüt von Frederic Chopin in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung von Robert Schumann begrüßt. Wer würde denn heute, 180 Jahre nach dem Leipziger Konzert, einem Treffen zweier genialer Romantiker beiwohnen? Nicht viele...
Die Musik der beiden Freunde hat alle großen Veränderungen überstanden: die Mode, neue Grenzen, die Ästhetik, die Konventionen. Heute erweisen die Komponisten der ersten Musikergeneration des 21. Jahrhunderts Chopin ihre Ehrerbietung – eine Ehrerbietung voller Begeisterung und Demut aber auch schöpferischer Unruhe. Komponisten, die sich zu einer schier unendlichen Zahl an elektronischen Klangfarben bekennen, die über die Saiten des ältesten und natürlichsten Instruments, der menschlichen Stimme, gespannt werden.

ElettroVoce
Agata Zubel (Stimme) & Cezary Duchnowski (Klavier/Computer)
mit einem Gastauftritt von Bartłomiej Wąsik (Klavier)

Das ElettroVoce Duett entstand als Ergebnis der Zusammenarbeit von zwei Komponisten: Agata Zubel und Cezary Duchnowski. Die beiden zeichnen sich durch eine spezielle Einstellung zur Musik aus: Faszination für die Klangfarbe, Erweiterung der Gesangsmöglichkeiten und die unaufhörliche musikalische Suche. Agata Zubel, die sich auch mit avangardistischem Gesang beschäftigt, wollte immer neue Ausdrucksmitteln für die Stimme entdecken.
Duchnowski suchte nach neuen Kontexten für traditionelle Instrumente. All das hat zum Einsatz der menschlichen Stimme als Instrument geführt, was sich dem Repertoire anmerken lässt. Das künstleriche Temperament von Agata Zubel lässt sie phantastische gesangliche Effekte erzielen. Duchnowski wiederum strebt es an, neue musikalische Qualitäten durch Gebrauch von modernen Ausdrucksmittel zu erschaffen. Dazu verwendet er den Computer - ein Instrument, dessen riesiges Potenzial dabei helfen, ein neues Gesicht der elementaren Eigentümlichkeiten der Musik zu entdecken, die von keinem außermusikalischen Inhalt belastet wird. Dabei lässt sich nicht nur eine bestimmte Raumzeit mit Sound komponieren, sondern auch die Instrumente an sich. Dieser Umstand öffnet den Weg zum innersten Wesen der Musik. Er ermöglicht es, ihren Ausgangspunkt und zugleich auch das Conditio sine qua non - den Klang zu gestalten, der an sich einen individuellen Charakter hat.

Die Zusammensetzung dieser beiden Elemente - der Stimme und des Computers - versetzt die Zuörer in eine andere Dimension. Die Stimme fügt sich sehr natürlich und fast körperlich in die Elektronik ein. In manchen Kompositionen fand auch das Klavier Anwendung - das traditionelle Instrument, das hier jedoch auf eine ganz neue Weise betrachtet wird.

Agata Zubel und Cezary Duchnowski über ElettroVoce:

Chopin war für uns eine Inspiration. Die Wahl der Besetzung hatte eine doppelte Begründung: Stimme und Klavier – denn die Lyrik und die Melodik seiner Kantilenen stehen außer Zweifel und das Klavier ist ein hundertprozentig Chopinsches Instrument! Auch wenn wir, die hier und jetzt leben, die Nachkommen, die Erben und die Verwalter der musikalischen Tradition glauben wollen, dass er sich heutzutage bei der Wahl seines Lieblingsinstruments vielleicht für ein neues Medium entschieden hätte: den Computer, der sich der menschlichen Sensibilität fügt. Chopins Präludien haben uns zur eigenen Suche inspiriert. Wir vebessern Chopin nicht, wir illustrieren Chopin nicht, wir schreiben dem Chopin nichts zu. Wir nehmen Chopin wahr und spielen genau das, was wir dabei hören.

Das ElettroVoce Duett - Agata Zubel und Cezary Duchnowski - trat auf vielen Gegenwartsmusikfestivals sowohl in Polen als auch im Ausland auf. Die Stücke, die sie aufgeführt haben (meistens eigene Kompositionen), wurden mehrmals vom Polnischen Rundfunk aufgenommen und von vielen Radio-und Fernsehsendern präsentiert. Im April 2005 wurden die Künstler beim renommierten Wettbewerb für Gegenwartmusik „Gaudeamus“ in den Niederlanden mit dem Sonderpreis für die beste Elektromusik-Band ausgezeichnet.

www.elettrovoce.com


Bartłomiej Wąsik absolvierte die Frederic-Chopin-Musikakademie in Warschau in der Klavierklasse von Prof. Alicha Paleta-Bugaj und ihres Mitarbeiters Robert Skiera, um dann drei Jahre lang an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock in der Meisterklasse des hervorragenden Klavierduos Prof. Hans-Peter und Volker Stenzl zu studieren. Seine Leidenschaft für Kammermusik wurde ihm noch während des Studiums in Warschau von Prof. Krystyna Borucińska eingeschärft. Als Kammermusiker wurde er mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet. Mehrmals erhielt er Stipendien des Kulturministers und der Kulturstiftung.

Programm:

  • Robert Schumann, 4 Stücke aus dem Zyklus „Kinderszenen“ op. 15 Klavier solo; Von fremden Ländern und Menschen, Fürchtenmachen, Kind im Einschlummern, Der Dichter spricht
  • Robert Schumann, 5 Lieder aus dem Zyklus „Dichterliebe“ op. 48 Gesang und Klavier; Im wunderschönen Monat Mai, Ich will meine Seele tauchen, Am leuchtenden Sommermorgen, Aus alten Märchen winkt es
  • Robert Schumann, Intermezzo aus „Faschingsschwank aus Wien“ op. 26 | Frederic Chopin, Thema Es-Dur op. posth von Schumman zu Chopin
  • Alterludia; Paraphrasen von Präludien und Liedern Chopins in elektroakustischer Verarbeitung





Veranstalter: Polnisches Institut Berlin in Zusammenarbeit mit den Besucher-Diensten der
Staatlichen Museen zu Berlin.





Finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Nationalerbe der Republik Polen





Foto: Tomasz Kulak